Grafik mit blauem Hintergrund: ‚Liebe Bildung, wir müssen reden!‘ Darunter das Logo des vds und der Schriftzug ‚vds Denkfabrik‘.

Schule verändern – jetzt!

Die vds-Denkfabrik in Kiel diskutiert, wie Schleswig-Holsteins Schulen gestärkt werden können – für Kinder, für Bildung und für unsere Demokratie.

Heller Seminarraum mit mehreren Tischgruppen, an denen Menschen sitzen und diskutieren. Auf den Tischen stehen Laptops, Notizen, Getränke und Tassen. In der Mitte sitzt ein Mann im hellblauen Sakko und lächelt zur Kamera, während die übrigen Teilnehmenden miteinander im Gespräch sind.
Gruppenarbeit in der vds denkfabrik

Schule von morgen braucht Mut zur Veränderung – jetzt!

Am Nachmittag des 5. März 2026 traf sich die vds-Denkfabrik „Schule für morgen“ erneut – diesmal im Veranstaltungszentrum Kiel. Drei Stunden lang kamen Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Bildungslandschaft Schleswig-Holsteins zusammen, um gemeinsam über die Zukunft von Schule nachzudenken: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, schulisches Personal, Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Lehrkräftebildung sowie weitere Bildungsakteure.

Die Denkfabrik versteht sich bewusst nicht als klassische Fachtagung. Ihr Ziel ist es, Perspektiven zusammenzubringen, Erfahrungen aus unterschiedlichen Systemebenen zu bündeln und gemeinsam Ideen für die Schule von morgen zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um einzelne Reformvorschläge, sondern um eine grundlegende Frage:

Wie muss Schule gestaltet sein, damit sie Kinder und Jugendliche in einer komplexen, pluralistischen Gesellschaft wirklich stärkt?

Die Veranstaltung ist Teil eines fortlaufenden Prozesses: Bereits bei der ersten Denkfabrik im Juni 2024 wurde deutlich, wie groß das Bedürfnis nach Austausch und gemeinsamer Zukunftsgestaltung ist. Der intensive Dialog über eine inklusive, demokratische und zukunftsfähige Schule zeigte schnell: Diese Gespräche müssen weitergehen. 

Kopfstand statt Schönreden

Der Einstieg der heutigen Denkfabrik war bewusst ungewöhnlich. Statt sofort über Lösungen zu sprechen, wurde zunächst die Kopfstandmethode genutzt:

Die Teilnehmenden sammelten, was derzeit im Schulsystem schlecht läuft – und welche Entwicklungen drohen, wenn sich nichts verändert.

Diese Perspektive schärft den Blick für das, was auf dem Spiel steht. Denn Schule ist nicht irgendeine Institution: Sie ist der wichtigste gemeinsame Sozialraum für Kinder und Jugendliche. Hier lernen junge Menschen, mit Vielfalt umzugehen, Konflikte auszuhalten, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Prozesse zu verstehen. 

Wenn Schule unter Druck gerät, betrifft das daher nicht nur Bildungserfolg.

Es betrifft den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Stabilität unserer pluralistischen Demokratie

Veränderung beginnt dort, wo Menschen handeln

Nach der kritischen Bestandsaufnahme richtete sich der Blick der Denkfabrik konsequent nach vorn:

Welche Veränderungen sind sofort möglich? Welche Schritte können mittelfristig umgesetzt werden? Und welche strukturellen Entwicklungen brauchen einen längeren Atem?

Dabei wurde deutlich: Verantwortung für eine zukunftsfähige Schule liegt nicht nur an einer Stelle. Schulen selbst, Schulleitungen, Schulträger, Schulaufsicht, Lehrkräftebildung, Universitäten, Ministerium und weitere gesellschaftliche Akteure verfügen jeweils über eigene Handlungsspielräume, die genutzt werden können – und genutzt werden müssen. 

Viele Verbesserungen beginnen dabei erstaunlich nah am Alltag:

mehr Zeit für Kooperation, stärkere multiprofessionelle Zusammenarbeit, konsequente Partizipation von Schülerinnen und Schülern, eine Lernkultur, die Selbstwirksamkeit stärkt, sowie eine engere Vernetzung von Schule mit ihrem Sozialraum.

Gleichzeitig wurde klar: Einige Herausforderungen lassen sich nur politisch lösen.

Dazu gehören ausreichende personelle Ressourcen, tragfähige Rahmenbedingungen für Inklusion, verlässliche Schulentwicklung sowie eine stärkere Verzahnung von Lehrkräftebildung und schulischer Praxis.

Schule ist eine Zukunftsfrage für unsere Gesellschaft

Die Denkfabrik hat einmal mehr gezeigt: Die Weiterentwicklung von Schule ist keine pädagogische Detailfrage.

Sie ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe.

Wenn Schulen Orte sind, an denen Kinder und Jugendliche Wertschätzung, Teilhabe und Selbstwirksamkeit erleben, stärken sie den sozialen Zusammenhalt und die demokratische Kultur unseres Landes. Wenn diese Orte jedoch dauerhaft unter Druck geraten, hat das Folgen weit über das Bildungssystem hinaus.

Die Botschaft aus Kiel ist deshalb klar:

Schule kann sich verändern.

Schule muss sich verändern.

Und wir sollten nicht länger darauf warten.

Der vds Schleswig-Holstein wird diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten – gemeinsam mit allen, die Schule als Lern-, Lebens- und Entwicklungsraum für Kinder und Jugendliche gestalten wollen.